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Gegen die Aufnahme des BGE ins Programm


Das Konzept des BGE ist theoretisch nicht haltbar und politisch falsch – ich bezeichne es daher als a-ökonomisch – und deshalb für eine linke, sozialistische Partei desorientierend, um nicht zu sagen selbstmörderisch Theoretisch nicht haltbar, weil es A) von einem ahistorischen Arbeitsbergriff ausgeht, der die Entfremdungsproblematik, wie sie sich in der kapitalistischen Gesellschaft darstellt, für absolut und ewig erklärt. B) von einem oberflächlichen Geldbegriff ausgeht, der keinerlei Bezug zur realen Wertschöpfung hat. Geld ist hier nur Rechengrößen ohne jeweden ökonomischen Bezug. Politisch desorientierend, weil es der Versuch ist, sich mangels realer visionärer Gesellschaftskonzepte bzw. realer Utopien in der derzeitigen Gesellschaft einzurichten. Deshalb ist das Konzept für das BGE eher konservativ und lediglich dem Schein nach revolutionär. Mit ihm gibt man die Forderung nach Vollbeschäftigung im Sinne einer existenzsichernden und auf gesellschaftliche Teilhabe sowie Persönlichkeitsentfaltung orientierte alternative Politik – und damit den Markenkern sozialistischer Politik – auf.


Diskussionen

  • MichaB ist dagegen
    +1

    Vollbeschäftigung ist sicherlich nicht der Markenkern sozialistischer Politik. Schon gar nicht die Perfektionierung der Verwertungsprozesse lebendiger Arbeit im Kapitalismus. Produktions- und Reproduktionsprozesse lassen sich mit dem Schlagwörten "ahistorischer Arbeitsbegriff" und "oberflächlichen Geldbegriff". Die bloße Stigmatisierung als "eher konservativ" und "dem Schein nach revolutionär" nicht zielführend. Das BGE bleibt tatsächlich im System, hat jedoch transformatorisches Potential. Tranformationsprojekte sind eh Mangelware in diesem Programm.

  • Lars_Kulesch ist dagegen
    +1

    Wie realistisch ist Vollbeschäftigung in der heutigen Wirtschaftswelt. Und sind wir nicht alle täglich beschäftigt? Wertschöpfung darf nicht nur ökonomisch gedacht werden, sondern auch kulturell und gesellschaftlich. Hierfür biete das BGE eine Diskussionsgrundlage, der sich DIE LINKE nicht verschließen sollte.

  • Mark Seibert ist dagegen
    +1

    Das BGE steht nicht im Programmentwurf, also ist ein solcher Vorschlag nicht notwendig. Ggf. müsstet ihr konkrete Formulierungsvorschläge unter "Umsetzungen" bringen.

  • grundi9 ist dagegen
    0

    Die Befürworter HABEN die BGE-Finanzierung geklärt. Vollbeschäftigung ist ein nobles Ziel der Ökonomischen Theorie, leider bilden die ökonomischen Modelle die Realität nicht 1 zu 1 ab, so dass es leider keine absolut funktionale Theorie gibt, um die Wirtschaft optimal zu gestalten. WENN genug Erwerbsarbeitsplätze GESCHAFFEN WERDEN WÜRDEN.... DANN WERDEN einige Erwerbsarbeitsplätze mit überflüssiger ARBEIT ZUM SELBSTZWECK entstehen. Dazu müsste wohl eine Planwirtschaft geschaffen werden, die nur noch als Horrorvision vorstellbar wäre. Das Recht auf Arbeit ist leider nicht einklagbar und wie sollte das auch funktionieren ? Es ist in einer Volkswirtschaft eher nötig und möglich, Allen eine finanzielle Lebensgrundlage zuzubilligen, als Allen einen wirklich produktiven Erwerbsarbeitsplatz zu bieten. Die BGE-Gegner sollten endlich klären : Wie bewerkstelligen wir das Vollbeschäftigungswunder. Bei derzeitiger Produktivität herrscht Überfluss (leider nicht für alle), nicht Mangel. Es geht mehr um Verteilungsgerechtigkeit als um das Durchsetzen irgendeiner Theorie. Wer deswegen aus der Partei austritt, hat nicht begriffen, worum es geht..

  • grundi9 ist dagegen
    0

    Wenn ein bestimmter Anteil Parteimitglieder für ein BGE im Programm ist sollte das als Option bei eventueller Entscheidungsmehrheit auch im Programm stehen.

  • fubel ist dafür
    0

    Der Abschied von dem Ziel einer vollbeschäftigten Gesellschaft ist auch ein Abschied von Teilen des Keynesianismus. Das Bedingungsloses Grundeinkommen ist nicht nur unfinanzierbar und hat mit links nichts zu tun, sondern wäre vorallem der Rauswurf des Keynesianismus aus dem wirtschaftspolitischen Geschehen in der Partei.

    Die Befürworter des BGE sollen endlich klären: 1. Wie (möglichst genaue Zahlen) das BGE finanzierbar wäre (mit Gegenfinanzierung) 2. Wie andere Linke Forderungen finanziert werden, wenn Erbschaftssteuer, Einkommenssteuer, Vermögenssteuer etc. alle für das BGE gebraucht werden 3. Auf welcher wirtschaftspolitischen Grundlage wir arbeiten wollen, wenn wir Stabilität durch Vollbeschäftigung ablehnen und uns damit vom Keynesianismus abwenden (was übrigens für viele ein Grund wäre, auszutreten) 4. Warum das BGE so unglaublich wichtig ist, wenn genug Arbeitsplätze geschaffen werden würden

  • JoachimTesch ist dafür
    -1

    Ich unterstütze die Auffassung Dieters und bin ebenfalls gegen die Aufnahme des BGE ins Programm. Die Befürworter des BGE lassen auch die praktischen Erfahrungen der ehemals staatssozialistischen Länder außer acht, dgl. die Erkenntnisse aus der isrealischen Kibbuz-Bewegung.

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