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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit


Weder die Herkunft, noch das Geschlecht sind maßgeblich für die Entlohnung eines Menschen.

Nur die individuelle Arbeitsleistung, welche objektiv ermittelt werden kann, darf die Höhe des Einkommens festlegen.

Wird unter gleichen Bedingungen eine gleiche Leistung erziehlt so ist die Konsequenz ein gleicher Lohn. Die Missachtung dieser einfachen Gesetzmäßigkeit bildet einen schweren Verstoß gegen geltendes Recht (Art. 3 GG).

Dennoch werden oft Frauen, Ausländer oder Leiharbeiter, bei gleicher Leistung gegenüber ihren Kollegen, ungleich entlohnt.

Weshalb Frauen von diesem Problem betroffen sind entzieht sich mir völlig. Ausländer sind sicher aufgrund ihrer Rechts- oder Sprachunkenntnis betroffen und werden von Menschenhändlern, in Containern eingepfercht, auf irgendwelche Baustellen verbracht.

Obwohl es in diesem Zusammenhang leicht möglich wäre, über Frauenrechte oder Ausländerfeindlichkeit zu sprechen, möchte ich mich dem Thema Leiharbeit zuwenden.

Die Leiharbeit ist ein geeignetes Mittel um Produktionspitzen aufzufangen; an sich nichts schlechtes. Durch Leiharbeitsplätze können Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden, welche sonst vielleicht nicht entstanden wären. Ohne die Leiharbeit gäbe es sicher viele Überstunden bei der Stammbelegschaft eines Betriebes.

Leiharbeit erfordert ein hohes Maß an persönlicher Flexibilität (wechselnde Einsatzorte), neben der fachlichen Kompetenz (Industrie Facharbeiter), welche notwendige Vorraussetzung ist, um moderne Arbeitsabläufe unter Zeitdruck zu bewerkstelligen (Produktionsspitzen), eine hohe Leistung; d.h. die Leiharbeit an sich, stellt schon eine besondere Leistung und Belastung dar.

Zusammengefaßt kann gesagt werden, dass ein Leiharbeiter bei gleicher Arbeit gegenüber einem festangestellten Kollegen sogar mehr Leistet. Es wäre leicht möglich die Behauptung aufzustellen, das Leiharbeiter eine Art "Spezialarbeitstruppe" sind, welche in besonderen Fällen von einem bedrängten Unternehmen angefordert werden um zeitnah die selbe Arbeit zu leisten wie die Festangestellten vor Ort.

Besonders bedenklich ist die Überlegung, das ein Leiharbeiter sich doch noch einarbeiten muss.

Dies ist natürlich absoluter Blödsinn. Niemand würde einem Handwerker, der beispielsweise als Elektriker, von einer Baustelle zur nächsten zieht, weil er Geselle in einem Handwerksbetrieb ist unterstellen, das dieser sich ständig auf jeder Baustelle erneut einarbeiten müsse.

Es soll mal einer versuchen eine Handwerkerrechnung mit dieser Begründung in Frage zu stellen. Ein sicher lustiges unterfangen.

Aber in der Leiharbeit ist dies problemlos möglich.

Mein Vorschlag lautet daher: Jedem Leiharbeiter ist von der ersten Minute an mindestens der selbe Lohn zu zahlen wie einem Festangestellten am selben Einsatzort. Mindestens bedeutet, dass auch ein höherer Lohn berechtigt wäre. Ein höherer Lohn hätte sogar den Vorteil, das sich der Einsatz von Leiharbeitern für das Unternehmen nicht rentiert, so das nicht die Idee aufkeimt reguläre Arbeitsverhältnisse in Leiharbeitsplätze umwandeln zu wollen.


Diskussionen

  • Objektive Beurteilung der Arbeitsleistung ist eine gefährliche Sache, dass wissen gerade die Akkordarbeiter deren Leistunsvorgabe mit steigender Verbesserung immer höher gelegt wird. geistige leistungen, sogenannte hoch qualifizierte Leistung wird kaum objektiv gemessen. Es j kommt aktuell dabei zu wilden Überschätzungen im Managment- und zu gezielten Unterschätzungen im kreativem technisch, wissenschaftlichem Bereich. Im Übrigen tendiert unsere Partei dazu für Leiharbeit nicht nur gleichen Lohn, sondern auch wie in Frankreich einen Zuschlag zu fordern. Du hinkst hinterher.

    • Die Vorteile einer höheren Entlohnung für Leiharbeit gegenüber der Stammbelegschaft wurden von mir angesprochen. So weit "hinke ich" also nicht hinterher.

      Aber vielleicht sollte dies tatsächlich von Vornherein gefordert werden. Im übrigen sprach ich davon, dass ich die Leistung eines Leiharbeiters als höher einschätze, nämlich aufgrund der höheren Belastung wegen der wechselnden Einsatzorte.

      Das Problem der Akkordarbeit ist mir bekannt. Ich selbst arbeitete einmal (studentischer Nebenjob) als entpacker von Containern im Hafen. Am Anfang war dies eine sehr lohnende Beschäftigung. Wir bekamen für einen Container pauschal DM 200.

      Unser Fehler war es, die Arbeit in einer Stunde pro Container zu bewerksteligen. Wir schafften es, durch die Optimierung unseres Arbeitsprozesses immer schneller zu werden und erhöhten dadurch unseren Stundenlohn.

      Nachdem dies von dem Arbeitgeber bemerkt wurde bekamen wir nur noch DM 100 pro Container. Für mich war damit dieser Job uninteressant.

      Der von uns erwirtschaftete "Gewinn" wurde abgeschöpft.

      Dieses Thema ist daher näher zu betrachten. Wie kann dieses ständige abschöpfen verhindert werden? Der Wert einer Arbeit ist bestimmbar, auch Objektiv. Der Wert der Arbeit wird durch den am Markt erzielten Preis definiert.

      Die Frage ist nur, welcher Anteil dieses Wertes steht dem Arbeiter zu?

  • Leiharbeiter sind Arbeiter die für zwei arbeiten und für beide billiger als reguläre Angestellte. Leiharbeiter sind also nicht nur Überstundenersatzarbeiter sondern billige und lohndrückende. Das dies aufzuheben ist ergibt sich aus dieser Feststellung. Wenn der Lohn der Belastung, dem Können und der Flexibilität, des Leiharbeiters entspricht, alle Kosten vom Auftrgageber getragen werden müssen, erledigte sich das Problem Leiharbeiter von selbst. Im Übrigen sin dja auch befristete Arbeitsverträge möglich und für diese solltendie Lohnkonditionen der Belastung des kurzfristig eingestellten AN auch entsprechen, da solche Anstellungen ja ähnliche bis gleiche Belastungen wie bei der Verleihung bringen.

    • Wird Leiharbeit gerecht entlohnt, ist gegen sie als solche nichts einzuwenden. Eine Festanstellung in einer Leiharbeitsfirma (korrekter Lohn vorausgesetzt) ist in jedem Fall besser, als ein zeitlich befristeter Vertrag, welcher keine Planungssicherheit für den Betroffenen zuläßt.

  • Itancana ist dafür
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    Mein Lebensgefährte war 3 Jahre bei Randstad, Du hast vollkommen recht.

    In Call-Centern .. habe ich über ein Jahr lang gemacht und ist Büroarbeit, die sich ähnlich wie Leiharbeit gestaltet .. mein Sohn hat es vor seinem Studium auch lange gemacht .. wird genauso schlecht bezahlt ... sollte das übrigens auch so sein, finde ich.

    Das würde auch dazu führen, dass Leiharbeit oder Einsätze in Call-Centern nicht über Jahre gemacht werden, einfach weil man so die Menschen besser ausbeuten kann, sondern die Firmen würden sich dann logischerweise überlegen, doch bei einem langfristigen Bedarf die Menschen wieder fest einzustellen.

    Der Mindestlohn ist dabei aber auch wichtig, denn nimm mal am Beispiel von Schlecker und ihrer Billiglohnkette Mein Platz und so weiter derartige Firmen, die sich extra Billiglohnketten neben den gewerkschaftlich organisierten aufbauen .. das Prizip ist ähnlich wie Leiharbeit oder die Verlagerung von Büroarbeit in Call-Center.

    Generell sollte es wieder normal sein, Menschen für ihre Arbeit, und sei es als Putzfrau, anständig zu bezahlen.

    Ich unterstütze Deinen Vorschlag und wer es gut kann, möge ihn bitte noch um meine Einwände ergänzen, die ich hier nur als Kommentar hinterlassen möchte.

    Danke.

    LG Renate

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