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Emanzipation leben kann auch Anerkennung von Familienarbeit sein


Ich möchte mich auf Eure Norm IV (1.1) beziehen, wo es heißt:

"Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit Kindererziehung und Pflege muss verbessert werden. Die Beschäftigten brauchen zudem größere Selbst- und Mitbestimmungsrechte in Bezug auf ihre Arbeitszeit und genügend freie Zeit für Erholung, Muße und selbstbestimmte Tätigkeiten."

Als ich das las, fiel mir folgendes ein:

Vor vielen Jahren, als ich das Abitur nachgemacht habe und damals schon eine ältere Frau von 35 Jahren mit 4 Kindern und einer Menge Eheerfahrung und auch Berufserfahrung war, schrieb ich eine Deutsch-Klausur über einen Text von Simone de Beauvoir zur Emanzipation der Frau aus den 60iger Jahren. Es wurde meine erste 15-Punkte-Klausur, obwohl ich beim Schreiben dachte, ich verreiß den Text jetzt vollkommen, das wird ne glatte 6 werden, aber egal .. das was ich dabei denke, muss jetzt raus.

Ich halte mich für emanzipiert.

Aber Frauen sind keine Männer und das wurde in den Kinderschuhen der Emanzipationsbewegung nicht wirklich gesehen. Ich halte es zwar für wichtig, dass man abtreiben darf, aber ich glaube nicht, dass es eine Frau gibt, die sowas ohne Schaden an ihrer Seele tun wird und es wäre besser, wenn man solche Erlebnisse für Frauen vermeiden könnte. Außerdem sind auch Ungebörene Lebewesen, was man bitte nicht vergessen sollte, die ein Recht auf Leben haben, wenn denn irgendwie möglich. Trotz Empfängnisverhütung kriegen immer noch die Frauen die Kinder und ich glaube, die meisten genießen es auch, wenn die klein sind, mal wirklich Zeit mit ihren Babys und Kleinkindern verbringen zu dürfen. Kinderkrippen müssen sicher sein .. aber man muss sowas nicht übertreiben. Genauso wie Altersheime ein notwendiges Übel sind, aber nicht die Regel zur Versorgung der Alten sein sollten. Auch größere Kinder brauchen Zeit und Zuwendung .. definitiv, und zwar auch noch mit 16 oder 18. Hausfrau, Mama, Pflegekraft für die Alten, Taxi für eine Teeny-Horde, die zwischen Schule, Zivildienst und Freundeskreis wechselt ... das ist ein Job, wo man zumindest bei mehreren Kindern und die täten diesem Staat definitiv nicht schaden, wenn Familien die öfter hätten .. wirklich viel Organisationstalent braucht, um alles im Griff zu behalten. Klar kann sowas auch ein Mann machen und seine Frau arbeiten, wenn ihm das eher liegt oder die Frau schlicht den besseren Job hat. Ich persönlich kenne Männer, die mal abwaschen oder staubsaugen helfen, tut auch mein Partner und mein Ex tat das auch .. aber den Löwenanteil im Haushalt macht so glaube ich wirklich selten mal ein Mann, das hängt immer an der Frau im Haus, egal ob sie dabei noch einen Vollzeitjob machen und sich um die Kinder kümmern muss.

Also egal wer es macht, der männliche oder weibliche Partner, ich finde, der Job, zu Hause alles zu managen, sollte endlich mal Anerkennung finden. Ein BGE täte bei sowas klar sehr helfen und wenn es dann noch besser rentenversichert oder sonstwie abgesichert wäre, wäre schon toll.

Eins habe ich damals in meiner Klausur auch erwähnt:

Wir leben in diesem Land nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Als ich ein Teenager war, war es in, dass Frauen auch arbeiten und nicht mehr Nur-Hausfrau sind.

Wir haben also unseren damals wirklich gut bezahlten Männern angefangen beruflich Konkurrenz zu machen.

Ergo: Das Angebot an Arbeitskräften stieg plötzlich schlagartig an.

Die Nachfrage an Arbeitskräften war aber nicht höher.

Also fingen die Löhne an zu sinken .. war eigentlich logisch oder mache ich da einen Denkfehler?

Das führte dazu, dass man, damit man die Kids noch satt kriegte, gemeinsam dafür schuften mußte .. keiner hatte mehr Zeit für die Familie und Geld war trotzdem nicht mehr da als vorher.

Die Emanzipation .. ich gehöre zu der Generation, die das alles auf die Füße stellte und bekenne mich schuldig ... hat also sicher nicht unerheblich dazu beigetragen, dass unsere Löhne und Gehälter und damit schließlich die gesamte Wirtschaft den Bach runter ging.

Fazit daraus:

Wir haben doch sowieso gar nicht genug Arbeitsplätze für alle.

Wieso also nicht solche Dinge, die damals so schlecht weder für die Kinder noch die Familien waren, nicht einfach wieder fördern?

Ich glaube nicht, dass Kleinkinder in Krippen besser erzogen werden als durch ihre Mütter und alte Menschen werden in stationären Einrichtungen sicher nicht besser gepflegt.

Bleibt noch zu erwähnen ... was ist dazwischen?

Klar macht eine Phase, wo man arbeitet und sich auch in der Arbeit selbst verwirklichen kann, auch Frauen Spaß .. mir auch, habe gerne studiert oder in manchen Jobs gearbeitet, wo ich wirklich kreativ sein konnte.

Da braucht dieses Land dann natürlich auch etwas, das es bis dato nicht gibt ... die Einstellung, dass eine Frau, die nach ihrer Ausbildung lange raus war, nicht grundsätzlich verblödet sein und zum alten Eisen gehören muss, sondern durchaus ja dazwischen was geleistet hat.

Warum in Gottes Namen macht man es einem so schwer, nach der Kinderphase älter zu studieren ????

Noch was zu lernen, das qualifizierter ist als ein ARGE-Kurs für Blöde????

Also ich weiß, die Linke hat das alles schon im Kopf, wollte das nur nochmal etwas präzisieren.

LG Renate


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