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Noch eine Idee zur Norm IV (1.3)


Und zwar auch Menschen Kredite zu geben, die nur eine Idee haben, um sich damit selbständig zu machen, was heute ja ohne irgendwas, das man wie ein eigenes Haus oder so als Gegenwert anbieten kann, gar nicht kriegen würde. Das muss dann einfach mehr Rückendeckung geben als früher diese blöden Ich-AGs, wo sie massenhaft Leute mit in die Pleite getrieben haben, weil man ohne Kapital und so schnell garantiert nicht auf die Füße kommt, wenn man eine Idee hat. Ich denke, dass viele Menschen mit etwas Kapital im Rücken in der Lage wären, etwas selbständig auf die Beine zu stellen, wenn man ihnen nur genug Zeit gibt .. denn zu Anfang wird sicher viel Neues einfach nicht so schnell in Gange kommen und in der Zeit muss man ja auch von irgendwas leben. Dass sowas ähnlich wie heute Bafög dann erst später und nur, wenn man wirklich damit schafft, eine Firma aufzubauen, zurück gezahlt werden muss und nicht zu schnell und zu viel auf einmal.

So wie es heute ist, haben die meisten Menschen ja gar nicht die Chance, sich mit einer neuen Idee selbständig zu machen, weil sie keine Familie haben, die das finanzieren könnte, dass sie überhaupt erstmal anfangen.


Diskussionen

  • Die Geburt eines Menschen ist bereits die Gründung einer Existenz. Existenzgründung hat nichts mit Unternehmertum zu tun und schon gar nichts mit Krediten. Sich und seinen Haushalt zu Managen ist bereits eine unternehmerische Leistung. Genau aus diesem Grund halte ich die Unterscheidung zwischen Unternehmen und privat Personen auch für falsch.

    Eine Familien-Managerin ist deshalb auch mindestens genauso befähigt wie ein Vorsitzender eines Wirtschaftsimperiums. Deshalb ist es für mich auch schwer zu ertragen, wenn diese gleiche Befähigung so erschreckend ungleich honoriert wird.

    Dieses Thema ist aus meiner Sicht wieder ein Argument für ein BGE, die zinslose Finanzierung von Existenzen ist das Gebot der Stunde.

    Ich habe schon öfter darauf hingewiesen, dass die konstruktive Selbstorganisation des Individuums der Schlüssel für eine bessere Welt ist. Erst hierdurch wird Demokratie wahrhaftig. Wenn freie Menschen das unternehmen können, woran sie glauben und wozu sie tatsächlich befähigt sind, findet eine optimale Nutzung menschlicher Fähigkeiten statt.

    Die Zwangseingliederung von Menschen in Prozesse zu denen sie keinen Bezug haben ist eine Verschwendung hocheffizienter Kreativität.

    • Das stimmt .. darüber habe ich heute beim Frühstück auch schon mit meinem Freund diskutiert .. also das BGE an sich und was einem dazu noch alles einfällt. Bafög .. fällt weg .. wenn man will, kann man jederzeit beginnen zu studieren, auch über 30. Eine kleine bezahlbare Idee .. wenn die Kids mit 500 Euro schonmal gut versorgt sind und z. B. zwei Partner jeder 1000 Euro hätten, nur ein Beispiel, auf meine alten Tage habe ich trotz kaufmännischer Ausbildung oder recht viel Bildung sehr gerne im Bereich Gärtnerei gearbeitet ... so ein kleiner Blumenladen für meinen Freund und mich ... oder was anderes, habe eine Menge Ahnung von einer bestimmten Pferdekrankheit und darüber meine Kenntnisse in Ernährungslehre (war eins meiner Leistungskurse bei meinem späten Abi) sehr ausgeweitet und sehr viel Ahnung von Pferdefütterung, Kräutern, Hausmittelchen, womit wir schon viele Pferde, die die Tierärzte sehr oft mit sinnlos monatelang Schmerzmitteln unter die Erde bringen, gerettet haben ... son kleiner Laden mit Zusatzfutter und vielleicht noch bissel Literatur, selbst geschrieben, zum Thema Pferdekrankheiten effektiv mit Naturheilmitteln behandeln .. ich glaube, dafür täte es reichen, weil man ja noch was für etwas Ladenmiete und auch so nach und nach erste Einkäufe übrig hätte .. was in Kommission zu kriegen könnte man noch versuchen und schon liefe das an, selbst nur mit diesem BGE. Und da hätten bestimmt viele Leute Ideen zu, wie sie sich mit irgendeiner Kleinigkeit dann selbständig machen könnten, wenn sie so genug haben um erstmal zu überleben.

      Und wenn das läuft, würde man ja schon erste Steuern zahlen usw.

      • Genau! Es gibt aber noch ein weiteres Argument für ein BGE. Politiker erhalten zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit relativ hohe Bezüge.

        Der eigentliche Souverän in der Demokratie ist aber der Bürger. Damit der Bürger unabhängige Entscheidungen treffen kann und nicht aus Existenzangst handelt oder schweigt wäre ein BGE sozusagen die Diät des Souveräns, welche auch ihm Unabhängigkeit gewährt.

        Noch einen Satz zu Unternehmen. Unternehmen sind keine höhere Form der Existenz. Wäre dies so, dann wären Menschen gegenüber Unternehmen minderwertig. Wo das wohl hinführen würde?

        • Das mit dem Handeln oder Schweigen aus Existenzangst hast Du sehr gut gesagt. Das paßt auch sehr gut dazu, was ich zum Thema Frauenpolitik gestern unter anderem in einem meiner langen Texte erzählt habe.

          Heutzutage kannst Du Dir auf Deinem Arbeitsplatz oft gar nicht mehr erlauben, Deinem Chef mal wirklich Deine Meinung zu sagen, obwohl er wie Du ganz richtig sagst, natürlich keine höhere Form der Existenz ist, nur weil er mal den Mut oder genug Geld hatte, sich selbständig zu machen, denn wenn Du deshalb raus fliegst, das kann Deine Existenz möglicherweise komplett oder beinahe vernichten. Schon dass Du dann ja bei der ARGE eine Sperre kriegst, kann für Dich das absolute Aus sein.

          Ich kenne aus meiner Ehe her gegen Ende relativ viel Gewalt ... dass mein Mann nicht mit Geld umgehen konnte oder gerne untreu war, war nicht der Grund, warum es zuletzt eskalierte, bin ein Althippie und ein Muttertier, hab ihm also immer geholfen und war auch nicht überzogen eifersüchtig ... aber später wurde er krank, ist Handwerker und kriegte Probleme mit den Knien, konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben und das kennst Du sicher wie ich, man kommt nicht wieder rein und wird gedrängt, dann Jobs anzunehmen, die schlicht komplett unter Deiner Würde sind und umso mehr Dir dann Deine Vorgesetzten in Wirklichkeit unterlegen sind, umso eher werden sie diese Situation auch noch ausnutzen, um Dich zu demütigen. Ich glaube, das dürfte sogar im Bereich, wenn sie nen Ex-Akademiker vor sich haben, noch viel schlimmer sein, dann tun sie es mit Wonne, weil sie den Klassenfeind schlechthin zu fassen haben statt zu begreifen, dass man eigentlich im selben Boot sitzt. Und den Frust hab ich dann als Frau abbekommen und meine zunehmend immer hilfloser werdende Mutter noch viel mehr ... in die andere Richtung konnte mein Mann sich ja nicht wehren, sondern war gezwungen, da den Mund zu halten, denn zu dem Zeitpunkt waren meine Mittel, mein Haus war langs versteigert worden, also weg, ich hatte auch keinen Job mehr, ging auch nicht mehr wegen meiner Mutter oder auch der Kinder ... habe ja erzählt, dass die mehr Arbeit machten, als sie fast erwachsen waren wie als Kleinkinder, wo meine Mutter gut drauf aufpassen konnte. Also Geld von mir und einfach kündigen, wenn er auf Arbeit Druck kriegte, die Möglichkeit hatte mein Mann nicht und wenn er dann schlechte Laune hatte .. er kam sich nicht bei mir ausheulen, sondern ging meistens, weil da der Zaun am niedrigsten war, auf meine alte Mama los, ich dann dazwischen und dann kriegte ich auch Prügel.

          Ich habe da viel drüber nachgedacht und denke, das ist sicher in vielen Familien umso eher so, umso eher die Männer auf Arbeit keine Möglichkeit mehr haben, sich nämlich ihrem Arbeitgeber gegenüber gleichwertig zu fühlen und wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen, einfach mal zu sagen, jetzt reicht es aber, wie man das halt von früher kennt.

          Ich sicher eher als Du, weil ich fast Kinder in Deinem Alter habe, jedenfalls meine Große ist fast 40,

          Früher bist Du zu Deinem Chef und hast gesagt, ich möchte was über Tarif bekommen oder ich geh zur Konkurrenz und Du konntest Dich wirklich wie Du warst in einer Firma einbringen ohne ständig Angst haben zu müssen, Du fliegst raus, wenn Du Dich zu sehr einmischt und das fing schon an anders zu werden ca. in den 80iger Jahren und dann immer mehr.

          Klar würde also ein BGE einen wieder freier machen.

          Ich glaube fast, wir bräuchten dann nichtmal ein Gesetz für einen Mindestlohn, das würde sich von ganz alleine ergeben, weil die Menschen dann eher sagen würden, für das Geld machen doch bitten Deinen Sch... alleine, aber nicht mit mir, heute kann man das nicht. Man würde doch, wenn man zur Not auch so klar käme, eine Arbeit nur deshalb annehmen, weil sie entweder gut bezahlt wird, falls es ein blöder Job ist oder aber, weil sie einem wirklich Spaß macht und was Kreatives ist, wo man sich mit identifiziert, das vielleicht auch ohne gigantische Bezahlung. Und das ergäbe sich bei einem BGE von ganz alleine. So würden auch unterqualifizierte Arbeiten automatisch besser bezahlt werden und Menschen, die nichts anderes können, hätten auch was davon.

          Weißt Du, wie mein Lebensgefährte seinen Job verlor? Der war 13 Jahre lang in der Kautschukindustrie für Gummeteile für Autos aller Marken, Firma ist führend, in der Entwicklung. Als er da anfing, war die Firma unter Leitung eines deutschen Chefs. Über irgendeine Mogelei schaffen es die Amis, eine Aktienmehrheit zu bekommen .. waren Scheinkäufe von anderen zuerst, dann weiter verkauft und plötzlich hatten sie über 50 % und fingen an, alles anders zu machen, auch irgendwelche gechinchten Statistiken zu erstellen, wo erhoffte Gewinne drin aufgeführt waren und man von Verlusten sprach, nur weil man diese erhofften Umsatzsteigerungen nicht erreicht hatte, obwohl die Firma eigentlich gar keine Verluste gefahren hatte. Das ist meinem Freund dann aufgefallen und er hatte einen Mord-Rochus auf den neuen Chef. Er ist auch geschieden, hat sehr darunter gelitten, dass sich damals seine schon erwachsene Tochter komplett von beiden Eltern zurück zog .. die haben wir erst vor einigen Monaten wieder gefunden, wußten lange nichtmal, ob sie noch lebt .. er seinen Sohn dann nur alle 2 Wochen mal abholen konnte, in seinen Augen sein komplettes Leben im Eimer war .. und dann starb auch noch sein Vater, an dem er sehr hing und er hat vor der Beerdigung mehrmals die Zeit verschlafen, kam zu spät zur Arbeit, weil er fertig mit den Nerven war. Sonst waren Überstunden da an der Tagesordnung. Als sein Chef ihn dann deshalb noch gefaltet hat, ist er ausgerastet und hat ihm seine Meinung über die neue Firmenpolitik gesagt, dass er finden würde, die Amis beuten die Leute halt aus und so ... ergo: fristlos entlassen und danach ist er dann eine Weile vollkommen abgestürzt, hat sich irgendwann zumindest mental wieder gefangen, beruflich natürlich nie mehr.

          Und das ist genau der Punkt. Selbst wenn oder gerade wenn Du einen guten Job hast, Du kannst heute nicht mehr wagen, was zu sagen, weil es so schwer ist, einen anderen zu finden.

          Das kann so einfach nicht richtig sein. Es macht die Menschen auch total unfrei.

          LG Renate

  • Die "Kredite" sind in diesem Zusammenhang nicht nur an Einzelunternehmer, sondern an die Gruppen Erwerbsarbeitsuchender zu vergeben, die ihre Arbeitskraft in Projekte/Unternehmen investieren wollen, die ökonomisch/ökologisch und demokratisch geplant sind. Eine Aufgabe der Politik ist also z.B., in Jobcentren ihre Angebote an die Erwerbsarbeitsuchenden zu machen. Die verschiedenen Parteien können dann ihre Vorschläge zum was und wie unterbreiten und die Erwerbsarbeitsuchenden können sich davon etwas aussuchen.

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