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Innenpolitik, Justiz


Jedes mal wenn ich das Wort "Innenminister" höre zucke ich zusammen. Liegt das an meinem schlechten Gewissen, an meiner politischen Affinität oder an meinem durchgängig kriminellen Charakter?

Ich verbinde mit dem Wort "Innenminister" die Begriffe Polizei und Strafverfolgung; mehr fällt mir leider nicht ein. Möglicherweise liegt dies daran, das der für Innenpolitik zuständige Innenminister offensichtlich keine anderen Themen, zumindest öffentlich, bearbeitet.

Sollte ich mit meiner Beobachtung richtig liegen, so schlage ich hiermit vor, den Begriff "Innenminister" durch den Begriff "Minister für Staatssicherheit" oder "Polizeiminister" zu ersetzen.

Es fehlt mir irgend wie die weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema Innenpolitik. Sicherlich ist es richtig, die Bereiche Strafverfolgung, Justiz oder Sicherheit als Themenfelder zu benennen, wobei ich dann jedoch den Begriff Innenpolitik als überhöht empfinde.

Es gibt häufig die Auseinandersetzung, ob kriminelles Verhalten eine genetisch vererbte Veranlagung oder eine Folge der auf das Individuum einfließenden Umweltbedingungen ist.

Dieser Fragestellung möchte ich mich in diesem Kommentar widmen. Ausgehend von einer Normalverteilung beider Einflußfaktoren (Annahme/Ansatz) sind 50% genetisch bedingt.

Die heutigen Erkenntnisse zum Thema Genetik zeigen jedoch, dass es "Gen-Schalter" gibt, welche durch Umwelteinflüsse aktiviert, zu einer Beeinflussung der genetisch bedingten Aktivitäten führen. Veranlagen wir einmal diesen Anteil ebenfalls zu angenommenen 50%, so ergeben sich bereits 75% Umwelt bedingte- und 25% erblich bedingte Kriminalität.

Erblich bedingt heißt aber, dass dieses Verhalten bereits bei der Geburt vorhanden bzw. angelegt war.

Trifft letzteres zu, so bedarf es aber wieder einer Aktivierung von Außen; somit steigt der Umweltbedingte Einfluss weiter! Mittlerweile sind wir bei über 75% Umwelt bedingter Faktoren für kriminelles Verhalten.

Die Frage die sich jetzt stellt lautet: Wie hoch ist dieser tatsächlich erblich bedingte Defekt?

Der Mensch unterscheidet sich genetisch nur zu ca. 2% vom Affen. Da die Gefängnisinsassen aber nicht wie Affen aussehen, muss der genetische Defekt welcher zu kriminellem Verhalten führt kleiner als 2% sein. Sonnst würden kriminelle sich deutlich, schon im Aussehen, von nicht kriminellen unterscheiden.

Der nun übrig bleibende und vererbte genetische Anteil ist aber vom Individuum nicht selbstbestimmt. Da sich ein Individuum nicht dagegen entscheiden kann, muss dieser erblich bedingte Anteil als Erkrankung gewertet werden. Somit ist dieser Anteil nicht strafrechtlich verfolgbar.

Fazit: 100% des vom Individuum steuerbaren kriminellem Verhaltens sind Umwelt bedingt und dem zufolge in der Mitverantwortung der Mitmenschen bzw. der Gesellschaft.

Aus diesem Grund fordere ich zu einer anderen Sichtweise bezüglich der Strafverfolgung und des Strafrechts auf.

Es heißt zwar, dass eine Strafe resozialisierend sein soll, leider befinden sich aber nur wenige Straftäter tatsächlich in solchen Maßnahmen. Viel wichtiger als die Nachsorge ist jedoch die Vorsorge. Somit hat Innenpolitik etwas mit Vorsorge zu tun. Welche kriminalitätshemmenden Vorsorgemaßnahmen sind im Gespräch?

Videoüberwachung, Ketten an den Türen, private Sicherheitsunternehmen, schnüffeleien, aggresives Auftreten, Einschüchterung, etc. alles reale Innenpolitik.

Der "Minister für Staatssicherheit" arbeitet zuverlässig (da DDR-Vergleiche in Mode sind möchte ich mich diesem Trend einfach einmal anpassen).

Mein Vorschlag lautet daher als Frage formuliert: Was kann Innenpolitik noch leisten, außer der aufgrund starker benachteiligungen geschuldeten Kriminalität, vorsorglich entgegen zu wirken, ohne die Menschenwürde zu verletzen?


Diskussionen

  • Mußte mich erstmal bilden:

    Also er hat noch mehr zu tun, smile:

    Lt. Widipedia, falls sie alles dabei haben:

    ... Das Bundesinnenministerium ist Innenministerium des Bundes und bestimmt damit maßgeblich die Innenpolitik. Seine Zuständigkeit erstreckt sich unter anderem auf:

    * die innere Sicherheit, insbesondere
          o die Kriminalitätsbekämpfung
          o den Grenzschutz
          o den Zivilschutz
          o den administrativen Schutz der Verfassung (insbesondere den Schutz vor Extremismus, Terrorismus, Sabotage, Spionage und Sekten)
    * das Pass-, Ausweis- und Meldewesen
    * den Öffentlichen Dienst
    * die Organisation der öffentlichen Verwaltung, insbesondere
          o den Bürokratieabbau
          o die Verwaltungsmodernisierung
    * die Statistik
    * die Informationstechnik und -sicherheit
    * die Angelegenheiten der Kirchen und Religionsgemeinschaften
    * die Angelegenheiten betreffend Zuwanderung, Integration und nationaler Minderheiten (insbesondere Ausländer, Flüchtlinge, Asylsuchende, Vertriebene und Spätaussiedler)
    * die politische Bildung
    * den Sport
    

    .... Genetik ist ja immer gefährlich seit Hitler das so übertrieben hat ... smile.

    Nehmen wir mal keine Menschen als Beispiele: Die bissige Hündin meiner Schwiegermutter kriegte von dem genauso bissigen Nachbarhund Junge, die wir in der Familie und dem Freundeskreis aufgenommen haben. Ich habe die Lebensläufe dieser Hunde alle verfolgt . und ich habe seit ich ein kleines Kind bin, immer mindestens einen Hund gehabt und die waren längst nicht alle bissig, sondern sehr verschieden. Diese Hunde haben wir nicht geschafft zu erziehen, auch unsere Verwandten nicht und die Freunde meiner Schwiegereltern auch nicht, man konnte sie nur draußen an der Leine behalten und nie los machen außer im Garten. Aber die Hündin meiner Schwiegermutter könnte es ihren Jungen auch vorgelebt haben, dass man alles beißen sollte. ... Das erste Pferd, das ich für meine Famile kaufte, war ein Kaltblut-Mix. Wir waren noch sehr unerfahren und ich habe das auch so erzählt, aber meine Töchter wollten das Pferd gerne als Fohlen haben und selbst zureiten. Die Züchterin sagte uns, sie hätte eines von ihrer Kaltblut-Stute, sehr scheufrei und friedfertig und einem kleinen Ponyhengst, so brav, dass der nicht gelegt sogar in der Kinderreitstunde mitliefe. Meine Dicke ließ sich problemlos zureiten, sogar ich habe auf ihr reiten gelernt, mit über 40, fühlte mich auch sicher und heute ist sie Therapiepferd. Das genaue Gegenteil L-Primavera, die ich zu meinem an Hufrehe erkrankten Pony als Beisstellpferd dazu holte .. sollte zum Schlachter. War von der gleichen Züchterin, von der wir in der Familie mehrere Pferde haben und auf ihr Urteil habe ich immer viel gegeben. Super Papiere, verwandt über Mamas Seite mit dem legendären Donnerhall, trotzdem nicht zu gebrauchen, weil so scheu, dass man sie nicht zureiten kann, obwohl sie eigentlich sehr gutmütig ist .. aber oberängstlich. Sie stand eine Weile einfach bei mir auf der Weide und ich brauchte alleine 8 Wochen, bis ich das Pferd auch nur anfassen durfte, habe ihr später dann Bodenarbeit und dergleichen beigebracht, zum Reiten wäre mir ein Holsteiner nun auch zu groß und zu schnell gewesen. Dann kam meine Scheidung und meine Tochter .. Westernreitlehrerin mit eigener Reitschule .. nahm meine beiden Schlachtpferd eine Weile bei sich auf, hat auch versucht, Prima zuzureiten und anders als sonst mit Helm und Sicherheitsweste und ohne viel Erfolg, als Profi ist sie drauf geblieben .. mein Freund war nun begeistert von ihr, weil sie so wild und schön ist. Sie erinnerte ihn an seine Jungendzeit und lange Ritte im gestreckten Galopp am Strand von Langeoog. Sie ist jetzt also seine und er hat mehrfach versucht, sie zu reiten ... mit diversen Stürzen bis hin dass ich ihn habe ins Krankenhaus bringen müssen. Mal geht es, dann wieder nicht, sie ist und bleibt unberechenbar, es steckt einfach drin .. nur beim Reiten. Zirkuslektionen klappen perfekt. Ladykiller, ihr Opa, hat häufiger mal Nachkommen, die genauso unberechenbar sind. Ich habe mich schon mit mehreren von deren Besitzern darüber unterhalten. Manches vererbt sich natürlich .. mit oder ohne Umwelt und wenn auf Prima noch einer so reagieren würde, dass er sie schlägt, dann würde ich davon ausgehen, das Pferd faßt nie mehr einer auch nur an. ...

    Als ich jung war, habe ich mich mit diesem Staat identifiziert. Heute eigentlich nicht mehr.

    Ich kenne viele Menschen, die sich mit dem Staat nicht mehr identifizieren.

    Auch nicht mit unserem Rechtssystem. Wenn man älter wird und das miterlebt, dann sagt man sich irgendwann, unseren vermeintlichen Rechtsstaat kannst doch in die Tonne treten.

    Wobei ich meinen würde, Menschen unterscheiden sich aber in bezug auf ihre Ganovenehre.

    Es ist sicher für viele noch ein himmelweiter Unterschied, den Staat, irgendeinen Kapitalisten oder aber einen Freund oder Nachbarn zu beschummeln, was die meisten Menschen dann wieder nicht machen würden.

    Und Gewalt ist noch eine andere Sache.

    Wenn in unseren Kreisen einer nichts mehr zu essen hat und was klaut, würde mich das z. B. ein Lächeln kosten, weil ich weiß, wie sowas zustande kommt.

    Als ich meinen Freund kennen lernte, meinte er, wir passen zusammen, wir wären wie die Ratten in der Kanalisation und eine Ratte kämpft bis zum Tod.

    Fand ich okay, seitdem sind wir ein Paar.

    Ich denke, unser Land kriminalisiert Menschen immer mehr, weil er sie in oft ausweglose Situationen treibt.

    Wenn bei uns im Haus jemand zusammen geschlagen wird, das kümmert die Polizei doch gar nicht, aber wenn man es nicht schafft, ein Strafmandat wegen des Vergessens des Einstellens der Parkscheibe nicht zu zahlen, dafür kann Du hierzulande locker paar Tage im Knast landen und schon bist Du vorbestraft.

    Aber das ist nicht Innenpolitik .. das kommt von der Ausbeutung in diesem Land und das muss eben aufhören.

    Wenn ich derzeit den schleimigen Typen auf N24 sehe, der über die Börse berichtet, wo es ja momentan stark aufwärts geht, weil doch soooo viel Geld da ist .. ich krieg die Krise.

    Heute kriegte ich auf meine Hartz-IV-Widerspruch Bescheid, weil zum 1.4.11 bei uns besagte 5 Euro und die Strompauschale fehlen (haben Boiler für Warmwasser), dass doch das Unsinn sei, weil doch der neue Beschluss, dass wir mehr Geld kriegen, im Bundesgesetzblatt noch gar nicht drin steht. Ja toll, dachte ich, werde trotzdem erstmal klagen, weil man ja völlig im rechtsleeren Raum steht und wenn ich mich nicht dagegen wehre, habe ich den Bescheid so anerkannt, was ich nicht machen werde. Der Staat macht sich aber nicht strafbar.

    Ich bin sicher, heute machen sich viele Menschen auch deshalb strafbar, weil die einfach in Not sind, aber das erklärt nun sicher nicht jede Straftat.

    • Wie ich schon sagte, angeborenes Verhalten kann nicht bestraft werden. Es ist eher Ausdruck individueller natürlicher Eigenschaften. Möglicherweise sind die von Dir genannten tierischen Beispiele in der freien Natur besser aufgehoben, als in einer menschlich geprägten Umgebung.

      Möglicherweise ist die menschlich geprägte Umgebung aber auch das störende Element. Aus irdend einem mir unerklärlichen Grund neigt der Mensch dazu sich selbst, seine Umwelt, aber auch seine Artgenossen zu zerstören.

      Leider gilt dieses Verhalten als normal. Können besonders sennsible Tiere diese menschliche Eigenschaft spüren und sich deshalb unkooperativ verhalten?

      Es gibt eine Untersuchung zum Thema "Gen-Schalter" in der festgestellt wurde, dass Menschen derren Eltern bzw. Ur-Eltern eine Hungersnot erlebt hatten, also einem extremen Umwelteinfluss unterlagen, sich in ihrem Essverhalten ungewöhnlich verhielten.

      Die Hungersnot bzw. dessen Konsequenzen hatten sich im Genom verankert. Wer will diesen Menschen daraus einen Vorwurf machen? Besser, wie müsste eine Therapie für diese Menschen aussehen, damit sich derren Schalter wieder "normalisieren"?

      Wieso lügen Menschen? Weshalb müssen sie vorgeben jemand zu sein der sie nicht sind? Warum kennen Menschen keine Sättigung, zumindest in Bereichen welche zu Lasten anderer Menschen gehen?

      Ist soziales Verhalten eine unmenschliche Vorderung, weil sie wider der menschlichen Natur ist? Ist Sozialismus eine Utopie?

      Mir egal! Nahrung und Bildung und viel Zeit sind die Schlüssel zu dieser Utopie...

  • Es würde jetzt Sinn machen, wenn sich DIE LINKE dafür einsetzt. Dass die Bundes- wie auch Landespolizeibehörden ministerial umunterstellt werden. Weg von den Innenministerien hin zu den zuständigen Justizministerien. Um diese Behörden besser vom Volke überwachen lassen zu können. Was deren Handlungsweisen angeht.

    In den skandinavischen Ländern, ist das Polizeiwesen teilweise schon seit Anbeginn den Justizministerien unterstellt. Und das mit teilweise großen Erfolg.

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