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Vernichtungslager, Arbeitslager, Arbeitsmarkt - ein Vergleich


Vernichtungslager sind verboten.

Arbeitslager versorgen den Menschen mit ausreichend Nahrung, einer Unterkunft und einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung. Weiterhin ist ein Arbeitslager ein Strafinstrument. Das Arbeitslager sichert die Existenz der Insassen. Die zu verrichtende Arbeit erfordert den vollständigen Einsatz und ist Pflicht.

Arbeitslager sind die schärfste Haftform und in Deutschland meiner Kenntnis nach nicht existent.

Ein Gefängnis entzieht das Freiheitsrecht; das Arbeitsrecht stellt eine Vergünstigung dar und ist, im Gegensatz zum Arbeitslager, nicht als Nullsummenspiel bezüglich der Versorgung ausgelegt. Somit wird ein Lohn zusätzlich zur Versorgung gezahlt.

Die straffreie Existenz beinhaltet die Teilhabe am kulturellen Geschehen. Kultur bedeutet alles, was nicht zur Existenzsicherung gehört. Aufgrund des strafmildernden Charakters der Arbeitserlaubnis im Gefängnis und des Entzugs der Arbeitsvergünstigung bei schlechter Führung ist die Arbeitsbereitschaft bzw. analog „die gute Führung“, eine freiwillige Leistung im straffreien Kontext. Bei Straffreiheit darf somit keine Sanktionierung bezüglich der Arbeitsbereitschaft existieren, da sonst eine Schlechterstellung des freien Menschen gegenüber einem Gefängnisinsassen gegeben ist.

Hartz IV ist eine Schlechterstellung aufgrund der Sanktionierung, bzw. beinhaltet Arbeitslagereigenschaften, ohne dass eine strafbare Handlung vorliegt.

Die Entlohnung in Freiheit, muss mindestens so hoch wie in einem Gefängnis sein. Gefängnisse erhalten zwischen EUR 10.- bis 20.- für eine Häftlingsarbeitsstunde; wobei allerdings nur ca. 10% tatsächlich an den Häftling ausbezahlt werden. Die entsprechend verringerte Auszahlung dient zur Kompensation der Haftkosten. Diese 10% sind als Taschengeld zu verstehen, da bereits der Kostenabzug erfolgte. Anstelle der Gefängniskosten treten in Freiheit die Lebenshaltungskosten. Ein Mindestlohn von EUR 10.- kann daher als angemessen betrachtet werden. Die angeblichen Kosten für einen Gefangenen betragen EUR 90,- pro Tag.

Das 10%'tige Taschengeld in einem Gefängnis pro Arbeitsstunde beträgt zwischen EUR 1.- bis 2.-. Hierdurch erhält der Gefangene einen, aus einer Vergünstigung resultierenden Betrag, in Höhe von max. EUR 348,- pro Monat als Taschengeld. Der Hartz IV Regelsatz beträgt zum Vergleich EUR 364.-, hiervon müssen allerdings noch sämtliche existenzsichernden Kosten getragen werden (mit Ausnahme der Wohnkosten), welche im Gefängnis bereits bezahlt wurden. Die Eigenschaft der Arbeit, als Privileg innerhalb einer Haftsituation, entfällt beim Hartz IV Empfänger. Die Arbeitsaufnahme eines Hartz IV Empfängers zum „Aufstocker“ stellt einen Hartz IV Empfänger schlechter, als einen Gefangenen mit Arbeitsprivileg.

Hartz IV-Empfänger sind somit schlechter gestellt, als mit einem Arbeitsprivileg ausgestattete Strafgefangene.

Aus dem hier abgeleiteten Mindestlohn von EUR 10,- pro Stunde ergibt sich ein Bruttolohn von EUR 1740,- pro Monat. Jeder geringere Lohn bedeutet eine Schlechterstellung auf dem Arbeitsmarkt gegenüber einer Tätigkeit im Gefängnis.

Dieser Text fordert nicht die Schlechterstellung von Strafgefangenen, sondern die Besserstellung von freien Menschen, insbesondere von Hartz IV Empfängern.


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